Dieses Unterrichtsmaterial befasst sich mit einer Buchszene des 4. Kapitels aus der Lektüre „Mama, bitte lern Deutsch“ von Tahsim Durgun. Darin wird der Besuch Tahsims, einer seiner Schwestern und ihrer Mutter in der Ausländerbehörde beschrieben, der mit dem gewaltsamen Übergriff eines Sicherheitsmannes auf Tahsims Mutter endet. Die Schüler:innen lernen die Aufgabe und Funktion der Ausländerbehörden kennen und analysieren anschließend mit der Placemat-Methode die Buchszene hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien, um schließlich die Frage zu beantworten, wie in der Behörde Paragraphen und Lebenswirklichkeiten zusammenprallen. Das Material ist Teil der Lektürereihe zum Buch „Mama, bitte lern Deutsch“.

Verlaufsplan


PhaseSozialform/ Methodik
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Einstieg (10 min) - Unterrichtsgespräch

– Bild des Wartezimmer wird eingeblendet
– SuS betrachten es still
– Einordnung in Kontext des Werkes ⟶ Ausländerbehörde
– Impulsfragen stellen:
Was seht ihr? Welche Details fallen auf?
⟶ Wartezimmer, grau, wenig Dekoration, Neonlicht, ungemütliche Atmosphäre, Plakat: “Für gelingende Integration” mit einem (süd-)ostasiatisch aussehenden Arzt darauf
Beschreibt die Atmosphäre im Raum.
⟶ wirkt traurig und trist, bedrohlich durch die Amts- und Bürokratieumgebung
Wer hat hier die Kontrolle? Wer ist abhängig?
⟶ Kontrolle hat hier der Staat bzw. diejenigen, die im Amt Entscheidungen über die dort wartenden Personen treffen. Diese sind von den Entscheidungen abhängig – in der Ausländerbehörde können diese Entscheidungen über das weitere Leben entscheiden.
Positioniert euch zum Slogan auf dem Plakat. Stellt Vermutungen an, wie eine solche
Darstellung auf Wartende wie Tahsims Mutter wirkt.
⟶ wirkt evtl. verhöhnend: im Verlauf des Buches merkt man, wie und woran Integration bei Tahsims Eltern scheitert – sie stoßen immer wieder auf Vorurteile in der Gesellschaft, werden in ihrer “Gerüstlandschaft” separiert und haben gar keine Chance darauf, ein (Medizin-)Studium abzuschließen. Sie mussten aus ihrer Heimat flüchten, hatten Existenzängste und fanden in Deutschland Zuflucht, jedoch ist diese immer wieder an Bedingungen geknüpft, die andere in Deutschland lebende Menschen nicht haben bzw. kommt diese ohne die Privilegien, die z.B. der Arzt auf dem Plakat, wahrscheinlich ohne Fluchterfahrung oder bereits in 2. Generation in Deutschland, besitzt.

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