In dieser Unterrichtsplanung  bewerten die SuS Grundlage eines Auszuges aus dem Brief an den Vater den Einfluss biographischer Deutungsaspekte unter Berücksichtigung der Vater-Sohn-Beziehung von Hermann und Franz Kafka sowie Herrn Samsa und Gregor Samsa in der Erzählung „Die Verwandlung“.

Verlaufsplan


PhaseSozialform/ Methodik

Einstieg (10 min) - Unterrichtsgespräch

– Vermutung einer komplizierten Vater-Sohn-Beziehung
– Stundenfrage: Was hat die Vater-Sohn-Beziehung von Hermann Kafka und Franz Kafka mit der Erzählung Die Verwandlung zu tun?
– Die SuS ordnen die Sprechblase in eine mögliche Situation ein.
(Vater Kafka äußert ein altes Sprichwort das besagt, wenn man sich auf die falschen Leute einlässt, dann wird man selbst etwas davon zurückbehalten, das man nicht mehr los wird; Vater zeigt autoritäres Verhalten, ist aggressiv, indem er Sohn droht, ihn wie einen Fisch zu zerreißen
– Die SuS beurteilen das Vater-Sohn-Verhältnis auf Grundlage der sich abzeichnenden Situation.
(kompliziertes Verhältnis, Vater ist sehr streng und dominant, Sohn hat Angst vor dem Vater und wirkt eingeschüchtert)
– Die SuS entwickeln die Stundenfrage, indem sie die Sprechblase in Beziehung zu Franz Kafkas privatem Leben und seinem Leben als Autor setzen.

Unterrichtsgespräch

Erarbeitung 1 (25 min) - Einzelarbeit, Partnerarbeit

– Die SuS lesen den Auszug aus Kafkas Brief an den Vater.
– Die SuS charakterisieren Hermann Kafka aus Sicht seines Sohnes, indem sie seine Charaktereigenschaften in Stichworten notieren.
– Die SuS tauschen ihre Ergebnisse mit dem Sitznachbarn/der Sitznachbarin aus.
– Die SuS analysieren das Erziehungsverhalten des Vaters.
– Die SuS analysieren auf Grundlage des Briefauszuges, wie sich das Erziehungsverhalten des Vaters auf das Selbstbild des Sohnes auswirkt.

Einzelarbeit

Zwischensicherung (10 min) - Unterrichtsgespräch

– Die SuS präsentieren ihre Ergebnisse, indem sie zutreffende Charaktereigenschaften des Vaters
Hermann Kafka nennen.
– Die SuS äußern auf Grundlage ihrer Analyseergebnisse, welches Erziehungsverhalten der Vater Hermann Kafka zeigt und welche Auswirkungen sich dadurch auf das Selbstbild des Sohnes festmachen lassen.

Unterrichtsgespräch

Zwischenplateau (10 min) - Unterrichtsgespräch

– Die SuS beurteilen auf Grundlage ihrer bisherigen Ergebnisse, wie die Vater-Sohn-Beziehung von Hermann und Franz Kafka einzuschätzen ist.
– „Ihr habt jetzt ein Bild von Hermann Kafka und seinem Erziehungsverhalten als Vater bekommen. Wir haben festgestellt, dass sie großen Einfluss auf die Persönlichkeit seines Sohnes Franz hatte. Um jetzt einen Schritt weiterzugehen und zu sehen, was das Verhältnis mit dem Werk Die Verwandlung hat, setzen wir uns mit der Beziehung von Herrn Samsa und Gregor Samsa auseinander.“
(Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist angespannt, kompliziert, Vater ist sehr streng und autoriär, wodurch sich Sohn sehr klein und schwach fühlt, wurde durch die strengen Erziehungsmethoden unsicher, hat das Gefühl es dem Vater niemals recht machen zu können)

Unterrichtsgespräch

Erarbeitung 2 (20 min) - Einzelarbeit, Gruppenarbeit

– Die SuS lesen gruppenteilig die jeweilige Textstelle aus Kafkas Werk Die Verwandlung.
– Die SuS analysieren stichwortartig das Verhalten von Herrn Samsa in der jeweiligen Textstelle.
– Die SuS analysieren, wie sich das Verhalten von Herrn Samsa auf den Sohn Gregor auswirkt.
– Die SuS tauschen ihre Ergebnisse in der Tischgruppe aus.
– Die SuS vergleichen auf Grundlage ihrer Ergebnisse die Vater-Sohn-Beziehung der Kafkas und Samsas, indem sie gemeinsame und unterschiedliche Verhaltensweisen der Väter und Söhne in der Tabelle notieren.

Einzelarbeit

Ergebnissicherung (15 min) - Unterrichtsgespräch

– Die SuS Stellen in chronologischer Reihenfolge ihre Ergebnisse vor.
– Die SuS geben als Orientierung knapp den Inhalt ihrer Textstelle aus Kafkas Die Verwandlung wieder.
– Die SuS präsentieren auf Grundlage der Textstelle ihre herausgearbeiteten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Väter und Söhne, indem sie ihre Tabelle unter die Dokumentenkamera legen.
– Die SuS vervollständigen ihre Tabelle, indem sie die Ergebnisse der anderen Tischgruppen übertragen.
– Die SuS äußern sich bezüglich des Gesamtergebnisses in Bezug auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Vater-Sohn-Beziehung von Kafkas und Samsas.
(Es handelt sich um viele Gemeinsamkeiten wie das strenge und kühle Verhalten des Vaters, seine Aggressivität gegenüber dem Sohn, die Drohungen und die Attacken auf den Sohn; dennoch gibt es auch Unterschiede wie die physische und psychische Gewalt in dem Werk, bei Kafka selbst gab es nie körperliche Angriffe, dennoch haben beide Söhne furchtbare Angst vor den Vätern und versuchen sich vor ihm zu verstecken)

Unterrichtsgespräch

Puffer (10 min) - Unterrichtsgespräch

– Die SuS stellen die Situation vom ältergewordenen Autor Franz Kafka.
(20 Jahre später sitzt Franz Kafka an seinem Schreibtisch, verfasst sein Werk Die Verwandlung und denkt an das dominante Verhalten seines Vaters zurück, indem er an die Situation denkt, als er wieder einmal verbal bedroht wurde, er denkt darüber nach, wie sich das Verhalten des Vaters auf ihn als Autor ausgewirkt hat)
– Die SuS äußern einen biographischen Deutungsansatz, indem sie die Situation auf Grundlage ihrer Erkenntnisse interpretieren.
(Verhalten des Vaters hat wesentlichen Einfluss auf ihn als Autor, verarbeitet in seinem Werk Die Verwandlung die schlechte Beziehung zwischen ihm und seinem Vater, weil er sich nie getraut hat
mit ihm darüber zu reden, er schreibt Probleme nieder und sieht in der Verwandlung zu einem Ungeziefer die Auswirkung, die der Vater mit seinem Verhalten verursacht hat)

Unterrichtsgespräch

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