Die SuS setzen sich in dieser Unterrichtsplanung mit den unterschiedlichen historischen Perspektiven auf die Eisenbahn auseinander und gestalten dazu eine Podiumsdiskussion. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Wirkung des Gemäldes zur ersten Eisenbahnfahrt zwischen Nürnberg und Fürth im Jahr 1835 und zeigen auf, dass sowohl die Bildwirkung als auch die positive Einstellung Friedrich Harkorts zur Eisenbahn nicht mit einem Zitat übereinstimmen, das die Eisenbahn als nachteilig für Staat und Bevölkerung darstellt. Sie erläutern anhand von Quelle 1, wie Harkort die Eisenbahn als Wohlstandsbringer und als Auslöser einer „Revolution in der Handelswelt“ beschreibt. Gleichzeitig arbeiten sie aus Quelle 2 heraus, dass der Verfasser dort negative ökonomische und soziale Folgen der Eisenbahn betont. Auf dieser Grundlage gestalten sie eine Podiumsdiskussion, in der unterschiedliche Perspektiven argumentativ vertreten werden. Abschließend überprüfen sie, ob die Podiumsdiskussion den historischen Sachverhalt angemessen widerspiegelte, indem sie die Diskussion anhand gezielter Fragestellungen auswerten.

Verlaufsplan


PhaseSozialform/ Methodik

Einstieg (10 min) - Unterrichtsgespräch

– L. projiziert ein Gemälde zur Eröffnung der ersten dt. Eisenbahnstrecke an
– SuS beschreiben Eindruck/Wirkung/Stimmung
> feierliche Stimmung, – Menschen schauen alle auf die Eisenbahn
> Einige sehen gespannt auf die Eisenbahn
> Einige jubeln, freuen sich
> Gemälde zeigt, dass sich die Menschen über die Eisenbahn freuten
– L. fixiert Zitat von Friedrich Harkort an der Tafel: „Die Eisenbahnen werden manche Revolutionen in der Handelswelt hervorbringen.“ (Friedrich Harkort, 1825) – KANN ggf. weggelassen werden, dann direkt zweites Zitat
– SuS setzen das Zitat in Beziehung zum Gemälde
> positive Einstellung zur Eisenbahn, erwarteter Fortschritt
– L fixiert weiteres Zitat: „So wichtig die Eisenbahnen für den bayrischen Handel erscheinen, so darf aber auch nicht der Nachteil unbeachtet bleiben, den die Eisenbahnen dem Staat und der ganzen Bevölkerung einst bringen werden.“ (Anonym, 1836)
– SuS setzen es erneut in Beziehung zum Gemälde
– Ableitung der Stundenfrage

Unterrichtsgespräch

Erarbeitung (20 min) - Partnerarbeit

– SuS erhalten Arbeitsblatt (Q1 und Q2) mit entsprechenden Arbeitsaufträgen.

Partnerarbeit

Sicherung (15 min) - Unterrichtsgespräch

– SuS präsentieren ihre Ergebnisse
– L bittet um quellenkritische Einordnung: Wen und was wollte der Verfasser mit seiner Schrift erreichen? Welcher gesellschaftlichen Schicht gehörte der Verfasser vermutlich an? Welche Rolle spielt der Zeitpunkt der Veröffentlichung beider Quellen?
> stellt Dampfmaschinen her, betreibt Handel → Eisenbahnen entscheidender Faktor für Unternehmenserfolg
> Harkort hat eine unternehmerische Sichtweise auf die Eisenbahn
> andere Quelle ggf. Vertreter der genannten Gruppe (z.B. Fuhrunternehmer)
> Lenkung der Aufmerksamkeit auf mögliche negative Folgen durch die Eisenbahn
> Verfasser konnten über die Entwicklungen nur mutmaßen

Unterrichtsgespräch

Anwendung (45 min) - Gruppenarbeit, Einzelarbeit, Unterrichtsgespräch

– L erklärt weiteres Vorgehen, teilt SuS in Gruppen ein
– SuS arbeiten sich in ihre Rollen ein
– L eröffnet die Podiumsdiskussion: „Wir haben uns heute, im Jahr 1835, hier im Buchholzer Bürgerhaus versammelt, um über die Zukunft unserer Region zu diskutieren. Anlass unseres Zusammentreffens ist die Frage, ob eine neue Bahnstrecke zwischen Buchholz und Hamburg errichtet werden soll [ggf. anderes regionales Bsp. einfügen]. Hierfür wurden zufällig vier Personen unterschiedlicher Berufsgruppen ausgewählt, die über die genannte Frage gleich diskutieren sollen. – Vorstellung der Gäste
– SuS stellen sich in ihren Rollen vor und verfassen Statements
– SuS diskutieren das Thema untereinander
– abschließend noch einmal Schlussstatements der einzelnen Gäste
– L fasst zusammen und beendet Diskussion
– Auswertung in EA
– Reflexion der Diskussion in UG

Gruppenarbeit

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